Teil 3: Unser Manifest. Die 7 Thesen zur KI-Realität in Unternehmen
Warum UNSER MANIFEST? Wer jetzt so lange dabei war, ist automatisch Mitglied im Club 😉 .
Dieses Manifest ist bewusst nicht ausgewogen.
Es ist kein Leitfaden. Dazu ist es zu allgemein. Es ist eine Standortbestimmung, die jeder für sich selbst vornehmen muss. Das kann auch kein externer Berater in ein paar Folien tun und man wird das auch nicht in einem 3-Tage Workshop lösen können.
These 1: KI ist kein Technologieprojekt, sondern ein Organisationstest
Wer KI einführt, testet nicht Modelle, sondern Entscheidungsfähigkeit, Klarheit und Reife.
Technologie funktioniert fast immer, Organisationen oft nicht.
These 2: Schlechte Daten sind kein Unfall, sondern ein Symptom
Daten sind nicht „einfach so“ schlecht.
Sie sind schlecht, weil:
-
niemand sie verantwortet
-
niemand entscheiden darf
-
niemand den Überblick hat
KI legt das offen. Unbarmherzig.
These 3: Ohne Befugnisse gibt es keine KI, nur Demos
In vielen Unternehmen gibt es:
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Rollen ohne Durchgriff
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Verantwortung ohne Macht
-
Gremien statt Entscheidungen
KI braucht das Gegenteil:
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eine Person, die entscheiden darf
-
eine Wahrheit, die gilt
-
einen Konflikt, der beendet wird
Alles andere bleibt Spielerei.
These 4: Informationsmanagement ist das eigentliche KI-Fundament
KI scheitert nicht an Rechenleistung.
Sie scheitert an ungeklärter Bedeutung.
Wenn niemand beantworten kann:
-
Was ist ein Kunde?
-
Welche Zahl ist verbindlich?
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Wann ist etwas „richtig“?
dann wird KI diese Fragen nicht lösen, sondern verschärfen.
These 5: Integration ohne Kontext ist wertlos
Schnittstellen transportieren heute:
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Felder
-
Formate
-
Strukturen
KI braucht:
-
Semantik
-
Prozessbezug
-
Bedeutung
Ohne systemischen Überblick ist Integration nur Datenverschiebung.
These 6: KI-Einsatz ist kreativer als gedacht
Nicht das Modell ist kreativ, sondern die Entscheidung, was man automatisiert.
KI verlangt:
-
saubere Fragestellungen
-
explizite Annahmen
-
bewusste Grenzen
Das ist keine Technik, das ist Urteilskraft.
These 7: KI ist kein Fortschritt, sie ist eine Abrechnung
KI zeigt nicht, was möglich ist.
Sie zeigt, was versäumt wurde.
Wer heute an KI scheitert, ist gestern an Führung, Klarheit und Struktur gescheitert.

(Tolles Schaubild von Denis Panjuta)
Unsere These auf den Punkt gebracht
KI ist kein Shortcut. Sie ist ein Spiegel.
Und nicht jede Organisation mag, was sie darin sieht.
=> noch nicht völlig frustriert? Hier geht es weiter : Der Erfolg von KI liegt ausschließlich im Menschen
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